Der erste Schritt zu deinem Einrichtungsstil - Stelle dir einfach diese 3 Fragen


Es gibt diese Momente, in denen wir plötzlich unser eigenes Zuhause mit anderen Augen sehen.

Vielleicht morgens beim ersten Kaffee, vielleicht abends auf dem Sofa, vielleicht einfach zwischendurch, wenn man von einem Raum in den anderen geht.

Und dann ist es da: dieses leise, fast vertraute Gefühl – Hier könnte es anders sein.


Nicht dramatisch anders. Nicht komplett neu. Aber irgendwie... mehr.

Der Wunsch nach mehr Klarheit. Nach mehr Leichtigkeit. Mehr von diesem Gefühl, das du hast, wenn du in ein schönes Café kommst und denkst:

Genau so. Genau so mag ich es. Hier fühle ich mich wohl. Hier will ich bleiben.


Manchmal denkt man ans eigene Zuhause – und spürt sofort diesen leisen Druck. Da wäre so vieles, das man „mal machen müsste".

Mehr Ordnung schaffen. Endlich den Flur neu gestalten. Die Wand streichen, über die man schon seit Monaten nachdenkt. Mehr Stil entwickeln. Mehr Gefühl von Ich komme hier wirklich an.

Und genau deshalb schieben wir das Thema oft vor uns her.




Nicht, weil es uns egal ist. Im Gegenteil. Sondern weil wir innerlich schon wissen: Wenn ich jetzt anfange, dann richtig.

Und dafür fehlt gerade die Energie, die Zeit, der klare Kopf – oder einfach der richtige Moment.

Also bleibt alles, wie es ist. Und das nagende Gefühl bleibt auch.

Die gute Nachricht: Du musst gerade gar nicht anfangen,

Zumindest nicht so, wie du denkst.


Zwischen Winter und Frühling liegt ein ganz besonderer Moment.

Die Tage werden länger, aber die große Aufbruchsstimmung des Frühlings ist noch nicht da. Es ist diese stille, fast unsichtbare Zwischenzeit, in der sich etwas vorbereitet, ohne dass wir schon etwas tun müssen.

Genau das macht sie so wertvoll.

Denn in dieser Zeit kannst du etwas tun, das viel wichtiger ist als jede Pinterest-Inspiration oder jeder Möbelkauf: Du kannst dein Zuhause neu wahrnehmen – ohne es verändern zu wollen.


Warum Wahrnehmen oft mehr bringt als Machen

Wir leben in einer Zeit, in der „Optimierung" überall ist. Auch beim Wohnen.

Überall siehst du perfekt gestylte Räume, durchdachte Farbkonzepte, minimalistische Ästhetik oder cozy maximalism – je nachdem, welchem Algorithmus du gerade folgst.


Und dann schaust du auf dein eigenes Zuhause und denkst: Hier stimmt irgendwas nicht.

Viele glauben, der erste Schritt beim Einrichten sei deshalb: ausmisten, planen, shoppen, umstellen, neu kaufen.

In Wahrheit ist es etwas viel Einfacheres – und gleichzeitig viel Wirksameres.


Bevor wir etwas verändern, dürfen wir verstehen, was eigentlich da ist.


Wie wir uns in unseren Räumen bewegen. Wo wir uns wohlfühlen – und warum. Wo wir innerlich auf Abstand gehen, vielleicht ganz unbewusst, jeden Tag aufs Neue. Welche Ecken wir lieben. Welche wir meiden. Welche einfach da sind, ohne wirklich gesehen zu werden.

Das klingt banal, ist es aber nicht.


POV: Denn die meisten von uns haben kein echtes Verhältnis mehr zu ihrem Zuhause.

Wir funktionieren darin. Wir nutzen es. Wir beschweren uns manchmal darüber. Aber wir fühlen es nicht wirklich. Wir nehmen es nicht mehr bewusst wahr.

Und genau deshalb scheitern so viele Einrichtungsversuche: Wir versuchen, etwas zu lösen, das wir noch gar nicht richtig verstanden haben.

Wenn du dir diesen Schritt des bewussten Wahrnehmens erlaubst – ohne direkt in die Handlung zu gehen passiert etwas Erstaunliches:

Du hörst auf, dich zu überfordern. Und du beginnst, Klarheit zu sammeln – ganz ohne Druck.


Die Entscheidungen entstehen langsam. Aber sie sind auch sicherer, stimmiger und nachhaltiger.


Die drei Fragen

Die folgenden drei Fragen sind genau dafür gedacht: als Begleiter für deinen Alltag. Nicht als Checkliste, die abgehakt werden muss. Nicht als Hausaufgabe. Sondern als Einladung, hinzuschauen – mit Neugier und ohne Bewertung.

Du kannst sie dir morgens stellen, wenn du durch die Wohnung gehst. Oder abends, wenn du auf dem Sofa sitzt. Oder einfach zwischendurch, wenn dir danach ist.

Es gibt kein richtig oder falsch. Nur deine Wahrnehmung.


1. Wo halte ich mich gerade wirklich gerne auf?

Beobachte dich einfach ein paar Tage lang. Eine Woche. Zwei Wochen. Ohne Notizbuch. Ohne Analyse. Ohne den Druck, sofort etwas draus zu machen.

Wo bleibst du automatisch länger stehen oder sitzen?

Wo trinkst du deinen Kaffee lieber – und wo nie?

Wo atmest du ein kleines bisschen tiefer durch?

Welcher Raum zieht dich morgens an? Welcher abends?

Oft sind es gar nicht die Räume, die „am schönsten" eingerichtet sind oder in die du am meisten investiert hast. Sondern die, die sich einfach stimmig anfühlen.


Vielleicht ist es das Sofa am Fenster, wo das Licht am Nachmittag so schön reinfällt. Vielleicht ist es die Küche am Morgen, wenn noch niemand da ist und alles still ist. Vielleicht ist es eine Ecke, die gar nicht perfekt ist – aber ruhig. Und genau deshalb gut tut.


Ich erinnere mich an eine Freundin, die jahrelang dachte, ihr Wohnzimmer sei ihr Lieblingsort. Bis sie eines Tages (bewußt) bemerkte, dass sie jeden Abend auf dem Bett saß – nicht, um zu schlafen, sondern einfach, weil es sich richtig anfühlte. Das Wohnzimmer war schön gestaltet, aber das Schlafzimmer fühlte sich gut an. Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied!


Diese Orte sagen dir etwas Wichtiges: Hier passt gerade etwas für dich zusammen. Licht, Farben, Proportionen, Möbel, Nutzung – oft mehr, als wir bewusst erkennen können.

👉 Statt zu fragen: Was fehlt hier noch? 👉 finde lieber heraus Was funktioniert hier eigentlich schon?

Das ist kein unwichtiges Detail. Das ist die Basis. Denn wenn du verstehst, warum etwas funktioniert, kannst du dieses Gefühl auf andere Räume übertragen.

 



2. Welche Bereiche nutze ich nur nebenbei?

Dann gibt es diese anderen Ecken. Die, über die du nicht nachdenkst. Nicht, weil sie schlimm sind. Nicht, weil sie chaotisch sind. Sondern einfach, weil sie... da sind.

Man geht schnell vorbei. Man bleibt nicht stehen. Man nutzt sie funktional – und mehr nicht.

Das kann der Flur sein, den du jeden Tag durchquerst, ohne ihn wirklich zu sehen. Ein Stuhl, auf dem ständig Sachen liegen, weil er keinen richtigen Platz gefunden hat. Ein Regal, das irgendwie „okay" ist, aber nichts in dir auslöst. Oder ein ganzer Raum, der seine Funktion erfüllt – aber dich innerlich kalt lässt.

Auch hier gilt: Es geht nicht darum, sofort Gründe zu finden oder Lösungen zu basteln. Allein das Wahrnehmen reicht.



Vielleicht merkst du, dass du den Esstisch nur zum Abstellen nutzt, nie zum Essen.

Vielleicht merkst du, dass du die eine Hälfte der Wohnung liebst – und die andere ignorierst.

Vielleicht merkst du, dass du bestimmte Möbel einfach nicht magst, aber noch nie wirklich darüber nachgedacht hast.



Diese Bereiche sind nicht gescheitert. Sie sind offen.

Sie zeigen dir, wo noch keine bewusste Entscheidung getroffen wurde. Wo du vielleicht übernommen hast, was schon da war. Oder wo du irgendwann mal eine Lösung gefunden hast, die „erstmal passte" – und dann nie wieder hinterfragt wurde.

Und Offenheit ist etwas Gutes. Sie gibt dir Spielraum. Sie zeigt dir, wo noch Potenzial liegt – ohne dass du unter Druck gerätst.

 




3. Was fühlt sich für mich gerade stimmig an – ganz ohne Trends?

Diese Frage ist vielleicht die wichtigste. Und gleichzeitig die, die wir uns am seltensten stellen.

Denn meistens fragen wir: Was gefällt mir auf Instagram? Was sollte man gerade mögen? Was macht „man" so, wenn man Geschmack hat?

Aber ganz ehrlich – frage dich lieber: Was fühlt sich für dich im Moment gut an?

Nicht für immer. Nicht als Statement. Nicht als perfekte Antwort. Sondern einfach: jetzt, hier, in deinem Leben, so wie es gerade ist.

Vielleicht ist es gerade:

  • Mehr Ruhe statt mehr Deko

  • Natürliche Materialien, die sich warm anfühlen

  • Freie Flächen, weil dein Kopf schon voll genug ist

  • Warme, helle Farben, weil der Winter lang war

  • Oder einfach weniger visuelle Reize, weil du schon den ganzen Tag auf Bildschirme schaust




Oder vielleicht ist es auch das Gegenteil: mehr Farbe, mehr Persönlichkeit, mehr Lebendigkeit.

Beides ist okay. Es gibt hier kein richtig oder falsch.

Diese Antwort darf sich verändern. Sie ist nicht für immer. Aber sie ist jetzt wahr – und damit wertvoll.

Wenn du anfängst, auf dieses innere Gefühl zu hören, triffst du automatisch bessere Entscheidungen. Langsamer. Bewusster. Passender.

Du kaufst nicht mehr, was gerade angesagt ist, sondern was sich richtig anfühlt. Du richtest nicht für jemand anderen ein, sondern für dich.

Und das verändert alles.

 
 

Warum dieser sanfte Einstieg so viel verändert

Viele Menschen starten beim Einrichten mit Aktion. Sie kaufen neue Möbel. Streichen Wände. Räumen um. Und verlieren unterwegs die Orientierung.

Denn ohne Klarheit wird jede Veränderung zum Experiment. Du probierst. Du zweifelst. Du vergleichst dich. Du fragst dich, ob es jetzt „richtig" ist. Und am Ende fühlst du dich erschöpfter als vorher.

Wenn du stattdessen mit Wahrnehmung beginnst, passiert das Gegenteil

Du fühlst dich sicherer – weil du weißt, was du wirklich brauchst

Du kaufst bewusster – weil du nicht mehr jedem Impuls folgst

Du vergleichst dich weniger – weil du deinen eigenen Maßstab entwickelst

Du bekommst ein Gespür für deinen Stil – nicht als Kopie, sondern als Ausdruck von dir


Und plötzlich fühlt sich Veränderung nicht mehr nach Arbeit an. Nicht nach Projekt. Nicht nach Druck. Sondern nach einem natürlichen nächsten Schritt.

Es ist ein bisschen wie beim Gärtnern: Du kannst nicht einfach Samen in die Erde werfen und hoffen, dass etwas Schönes wächst. Du musst erst den Boden verstehen. Schauen, wo Licht hinfällt. Fühlen, wo es feucht ist und wo trocken.

Dein Zuhause ist genauso.

Dein Zuhause spricht ständig mit dir – durch Licht und Schatten, durch Stille und Unruhe, durch das, was dich anzieht, und das, was du meidest.

Du musst nur wieder zuhören.

Und genau hier, in diesem stillen Hinschauen, beginnt ein Zuhause, das sich wirklich nach dir anfühlt.

Nicht perfekt. Nicht Instagram-würdig. Sondern echt. Lebendig. Deins.

Nimm dir die nächsten Wochen Zeit für diese drei Fragen. Ohne Eile. Ohne Erwartung. Und schau, was passiert. Manchmal ist der sanfteste Weg der wirksamste.

 
 

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